März 6, 2020

Gesundheitsgefahren durch den Klimawandel

HITZE

  • Hitzewellen können direkte und schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen haben.
    • Besonders gefährdet sind Kinder, Schwangere, ältere Menschen und solche mit Herz-Kreislauf-oder Atemwegserkrankungen.
  • Unter einem “Business-As-Usual”-Szenario werden bis Ende des Jahrhunderts jährlich durchschnittlich fünf Hitzewellen mehr vorhergesagt, in südlicheren Ländern bis zu 30.
  • Die hitzebedingte Sterblichkeit könnte in Europa schon bis 2030 um mindestens 30.000 Fälle pro Jahr zunehmen (Lancet). 
  • Hitzewellen sind tödlicher als Buschfeuer, Stürme, Überschwemmungen und Wirbelstürme.

Hitzestress:
Ab grenzwertig hohen Temperaturen fallen die natürlichen Kühlmechanismen (Durst, Schwitzen, erhöhte Atemfrequenz) aus und es besteht die Gefahr einer Hitzeerschöpfung und eines Hitzschlags. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Nierenerkrankungen und Atemwegserkrankungen, insbesondere für Kinder, Schwangere, ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen (weniger Kompensationsmechanismen).

WAS TUN BEI ÜBERHITZUNG?

  • Kühlen Sie sich aktiv ab!
  • Trinken Sie Wasser, befeuchten Sie Ihre Haut, bleiben sie im Kühlen und ruhen Sie sich aus.
  • Teilen Sie den Menschen in Ihrer Umgebung mit, dass es Ihnen schlecht geht und Sie sich überhitzt fühlen.

INFEKTIONSKRANKHEITEN

  • Der Klimawandel verändert das Verhalten krankheitsverursachender Organismen.
  • Temperatur- und Niederschlagsänderungen sowie extreme Wetterereignisse ermöglichen die schnellere und leichtere Ausbreitung von Überträgern von Infektionskrankheiten (Insekten und Bakterien):
    • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) 
    • Borreliose
    • Salmonellen
    • Cholera
  • Krankheitserreger passen sich schneller an veränderte Umweltbedingungen an, als das menschliche Immunsystem. In Folge der Klimaerwärmung setzen sich zunehmend hitzebeständigere Krankheitserreger durch, gegen die das Immunsystem u.U. keine Abwehrmechanismen zur Verfügung hat (Fieber).
  • Durch veränderte Klimabedingungen, Ökosysteme und Luftströme kommen neue Erreger in unsere Gebiete:
    • Zika-, Chikungunya- und West-Nil-Virus 
    • Dengue-Fieber
    • Malaria
  • Massives Algenwachstum durch Cyanobakterien in Seen und Ozeanen bedingt durch höhere Temperaturen (Hautreizungen)

LUFT UND ATMUNG

ALLERGIEN

  • Verlängerter Pollenflug und steigende Pollenmenge durch höhere Temperaturen = Zunahme von Asthma und allergischen Reaktionen

LUFTVERSCHMUTZUNG

  • Luftverschmutzung ist eine entscheidende Ursache des Klimawandels und verursacht gleichzeitig zahlreiche Atemwegserkrankungen
    • Asthma und COPD
    • Lungenentzündungen
    • Lungenkrebs 
  • Laut WHO ist die Luftverschmutzung für sieben Millionen Todesfälle pro Jahr und ca. 16 % der vorzeitigen Todesfälle verantwortlich – Tendenz steigend!
  • In der EU verursachen Kohlekraftwerke als Emittenten schädlicher Klimagase jährlich 22 Milliarden Euro Gesundheitskosten
  • Bekämpfung von Luftverschmutzung = Verlangsamung der globalen Erwärmung UND Verringerung der Exposition gegenüber Schadstoffen.
  • Schadstoffe entstehen durch:
    • Fahrzeugemissionen, Kohlekraftwerke und Industrieöfen
    • Kochen auf offenem Feuer (Entwicklungsländer)
    • Waldbrände, Sandstürme

ERNÄHRUNG & WASSER

NAHRUNGSMITTELKNAPPHEIT

  • Massive klimabedingte Auswirkungen auf Lebensmittelversorgung
    • Ausfall von Ernten und Verlust von Vieh durch Überschwemmungen, Dürren und Bodenzerstörung
    • Weltweit zunehmende Mangel- und Unterernährung
    • Zunehmende Nahrungsmittelknappheit
  • Verringerter Nährstoffgehalt von Getreide durch erhöhtes atmosphärisches CO2 (v.a. Reis und Weizen)

WASSERUNSICHERHEIT und -VERSCHMUTZUNG

  • Klimawandel bedeutet Wasserunsicherheit
    • Mehr Stürme und Überschwemmungen sowie längere, intensivere Dürren führen zu problematischer Verteilung und Verfügbarkeit von Wasser
    • Auswirkungen auf Lebensmittelproduktion, Trinkwasserversorgung, sanitäre Einrichtungen und Gesundheitsversorgung
  • Wasserqualität
    • Verschmutzung durch Industrie (Kohle, Pharma, Chemie)
    • Verseuchung durch Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen (Cholera, Kryptosporidiose, Campylobacter, Leptospirose)
  • Politische und wirtschaftliche Aspekte von Wasser:
    • Immenser Wasserverbrauch z.B. in Kohleindustrie und Baumwoll-/ Textilindustrie
    • skrupellose Geschäftspraktiken setzen Gewinne über die Bedürfnisse von Mensch und Umwelt

NAHRUNGSMITTELPRODUKTION

  • 24% der globalen Treibhausgasemissionen entstehen durch die Nahrungsmittelproduktion insbesondere die hoch-industrialisierte Viehzucht
  • Rind- und Lammzucht
    • erzeugt Treibhausgase (Methan, Lachgas und CO2)
    • ist verantwortlich für Waldverlust und Verlust der Biodiversität (Bodenzerstörung)
    • ist äußerst wasserintensiv (Futtermittel)
  • Gleichzeitig ist der Konsum von (insb. rotem) Fleisch sehr gesundheitsschädlich
    • Krebs (v.a. Brust, Lunge, Prostata)
    • Herzinfarkte
    • Schlaganfälle
    • Diabetes

Eine REGIONALE und PFLANZENBASIERTE Ernährung kann
– Treibhausgase einsparen und Klimawandel verlangsamen!
– langfristig Gesundheit gewährleisten!
– weltweiten Hunger ausrotten!

Die “EAT Lancet Commission on Food, Planet and Health” ist ein globales Projekt, das sich die Frage gestellt hat: Können wir einer zukünftigen Bevölkerung von 10 Milliarden Menschen innerhalb der planetaren Grenzen eine gesunde Ernährung bieten?

Die Antwort lautet JA, aber es wird unmöglich sein, ohne die Essgewohnheiten zu ändern, die Lebensmittelproduktion zu reformieren und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Die Kommission empfiehlt die “PLANETARY HEALTH DIET”, welche reich an pflanzlichen Nahrungsmitteln und arm an tierischen Produkten, insbesondere rotem Fleisch, ist. Eine Diät die nicht nur nur gesund für den Menschen, sondern auch weniger Ressourcen-intensiv für Land- und Wassernutzung ist sowie massiv Treibhausgase einspart.


PSYCHE

  • Gefahr psychischer Beeinträchtigungen durch Klimaangst (climate anxiety)

SOZIALE KONFLIKTE

  • Migration
  • Kriege und Konflikte
    • durch Wasserknappheit und Missernten (Extremwetter, Fluten und Dürren)